Die Partnersuche historisch.

Die Ehe ist eine der ältesten Traditionen der Menschheit. Erste Hinweise auf ein festes Zusammenleben zwischen Mann und Frau gibt es schon aus vorchristlicher Zeit.

 

Neben den für ihre hohe Kultur bekannten Römer und Griechen waren aber die Germanen beispielsweise das einzige Volk in Europa, bei dem es schon in der Antike die Einehe gab. 

 

Aber wie fanden damals Männlein und Weiblein zueinander? Facebook war noch lange nicht geboren - Blieb nur der Weg in die Thermen?

 

Kommen Sie mit auf eine spannende Reise in längst vergangene Zeiten der Partnersuche...


Die Geschichte der Partnervermittlung

Schon die Römer, Germanen und auch der moderne Mensch haben und hatten seit jeher ein großes Problem mit der Ehe: Wo, und vor allem wie, findet man den geeigneten Partner?
Damals war die Auswahl nicht wirklich groß, in den Städten lebten viel weniger Menschen als heute. Gleichzeitig spielten Standesunterschiede eine wichtige Rolle, was die Auswahl noch weiter einschränkte. Schließlich konnte ein römischer Patrizier z.B. schlecht eine Bäuerin heiraten ohne sein gesellschaftliches Gesicht zu verlieren.

Schon damals war man deshalb auf die Hilfe von Ehestiftern angewiesen, die passende Partner zusammen brachten.  Die Suche nach dem richtigen Ehepartner wurde im alten Rom für gewöhnlich durch den pater familias, also den Vater der Familie eingeleitet. Die Liebe spielte in solchen Fällen eine untergeordnete Rolle, schließlich ging es in erster Linie darum, eine politisch oder materiell wertvolle Ehe zu stiften. Wer den richtigen Ehepartner finden sollte, musste aber auch die Wünsche von Braut und Bräutigam berücksichtigen. Sie hatten zumindest ein geringes Mitspracherecht in der Wahl ihres Partners.

Auch im Mittelalter war es in höheren Kreisen in erster Linie Aufgabe der familiären Gesellschaft, einen einflussreichen und vermögenden Partner zu finden - also eine Art "Matching" für eine Partnervermittlung durchzuführen.
Dieser Dienst wurde damals allerdings nicht kommerziell betrieben. Vielmehr war es der Vormund, der für seinen Sohn oder seine Tochter den passenden Ehepartner auswählte.

War ein Mensch damals frei von einem Vormund, konnte er seinen Partner selbst bestimmen. Gerade im hohen Adel und bei mächtigen Familien übergab man allerdings einer Vertrauensperson die Aufgabe, einen Partner zu finden und im Namen des Freundes um ihn zu werben. Die Partnervermittlung konnte aber auch durch den König erfolgen, der durch die Verheiratung eines treuen Ritters mit einer reichen Witwe seinen Dienstmann belohnen oder politische Bündnisse schließen wollte. In dem Fall hatten die Brautleute leider kein Wahlrecht.

Je höher man sozial gestellt war, desto eher griff man also zu der Gelegenheit, eine Art von Partnervermittlung mit der Aufgabe der Partnersuche zu betreuen.

Für die einfacheren Leute hingegen gab es sogar eine Art "Singlebörse", die "Andreasnacht". Nach altem Volksglauben ist die Nacht auf den 30. November besonders geeignet für die Partnersuche und so gab es diverse Brauchtümer und abergläubige Rituale, die das damalige Singledasein beenden sollten. Einige dieser Rituale haben sich sogar in einigen Regionen bis in die heutige Zeit erhalten...  

Es gab aber auch noch eine andere, öffentliche Form der Partnersuche. Sie wurde vor allem im ausgehenden Mittelalter und der Neuzeit beliebt, als regelmäßig Feste und Bälle veranstaltet wurden. Regelmäßig traf sich die créme de la créme der Gesellschaft, um zu tanzen, Neuigkeiten auszutauschen – und einen potentiellen Ehepartner zu finden. Oder finden zu lassen - Denn es darf vermutet werden, dass hinter den Kulissen der Festlichkeiten kräftig um Verbindungen gefeilscht wurde. Nicht immer zum Wohle derjenigen, um die es ging - Aber meist zum Wohle derjenigen, die die Verbindungen aushandelten.

1695 - Die erste Kontaktanzeige

"Ein Herr von etwa 30 Jahren mit ansehnlichem Besitz“ sucht „für die Ehe eine junge Dame mit einem Vermögen von ca. 3000 Pfund“. Mit der Veröffentlichung dieses banal klingenden Einzeilers läutete der englischen Anzeiger "A collection for improvement of husbandry and trade " die Neuzeit der Partnersuche ein. 

Aber wir bleiben bei der Partnervermittlung, die sich der Kontaktanzeige schliesslich  nur zu Werbezwecken bediente.

Weiter geht's zur "klassischen Partnervermittlung" der Neuzeit >>>



Sie sind hier:  ProDue » Dossier » Die Geschichte » Partnersuche in der Antike